
Seit dem 09. November 2009 bin ich Mitglied bei MobileMe. Der Online-Dienst von Apple ermöglicht unter anderem das Synchronisieren von Terminen, Adressen und E-Mails.
Da mein aktuelles Setup aus einem MacBook Pro und einem iPod touch besteht und ich nicht ständig beide Geräte mit mir trage, war dieser Service doch sehr reizvoll.
Nach nun einmonatiger Benutzung hier ein kurzer Erfahrungsbericht.
e-Mail
Das IMAP-Postfach war einer der Hauptgründe, warum ich MobileMe ausprobieren wollte. Bisher war ich nur auf POP3 unterwegs und der Unterschied ist doch gewaltig.
Mails werden praktisch “live” empfangen und vor allem sehen meine Postfächer nun überall gleich aus, egal von welchem Gerät ich darauf zugreife. Das war vorher bei meinem GMX-Account immer eine Qual.
Auch der Zugriff über den Browser funktioniert bei mir problemlos und sehr schnell. Die UI bringt den Standard für die Mail-Verwaltung im Web auf ein neues Level.
Allerdings gibt es auch ein paar wenige Unannehmlichkeiten. Zum Beispiel werden gesendete Mails mit größeren Anhängen ungewollt in den Entwürfe-Ordner verschoben, aus dem ich sie dann manuell löschen muss. Das ist zwar etwas nervig, mehr aber auch nicht.
Kontakte
Das Hauptmerkmal der Adressen-Synchronisierung liegt in der Push-Funktionalität. Diese ermöglicht, dass – ähnlich wie bei Mail – Veränderungen direkt weitergegeben werden. Ändere ich auf meinem Mac bei einem Kontakt die Telefonnummer, wird dies direkt nach MobileMe synchronisiert und mein iPod holt sich diese neuen Informationen und fügt sie in das Adressbuch ein. Wo vorher noch ein Kabel nötig war, geht das jetzt komplett draht- und vor allem nahtlos.
Auch auf die Kontakte kann man über den Browser zugreifen und ist somit nicht auf seine eigenen Geräte angewiesen. Werden die Kontakte im Browser verändert “pusht” MobileMe diese selbstverständlich auf Mac und iPod.
Kalender
Mit den Kalendereinträgen verhält es sich genau wie mit den Adressen.
Hier ist die automatische Aktualisierung aller Daten von besonders großem Vorteil.
Wenn ich jetzt kurzfristig einen Termin vereinbare, besteht nicht mehr die Gefahr, dass ich diesen vergesse, weil ich die Geräte nicht synchronisiert habe. Das geht, wie gesagt, alles von selbst und ich kann ganz entspannt darauf warten, dass mich eines der Geräte an den Termin erinnert.
Der Browser-Zugriff ist auch hier gut umgesetzt und ermöglicht das Eintragen, Bearbeiten und Löschen von Terminen von allen Geräten aus.
Die Integration ins iPhone OS funktioniert hervorragend.

Bilder
Apple bietet mit MobileMe auch die Möglichkeit, Bilder im Internet zu veröffentlichen.
Galerie-Übersicht und auch einzelne Galerien lassen sich dann unter einer bestimmten URL aufrufen und betrachten. Die Bedienoberfläche ist an die von iPhoto angelehnt, Apples hauseigener Fotosoftware.
Mit iPhoto ist es auch ein Leichtes, die eigenen Bilder ins Netz zu stellen. Mit wenigen Klicks lassen sich einzelne Fotos oder ganze Alben hochladen und bereits bestehende Galerien verwalten. Bislang klappt das alles problemlos.
Natürlich sind auch hier alle Funktionen über den Browser erreichbar.
Mit meinem iPod kann ich die Fotos betrachten und auf dem Gerät speichern. Das ist allerdings relativ umständlich und unschön, weil man nur über Mobile Safari auf die Galerien zugreifen kann. Dafür lassen sich Bilder direkt vom iPod aus hochladen.
iDisk
Insgesamt habe ich für all meine Daten 20GB Speicherplatz. Da Mails, Fotos, Kalender und Adressen aber bei Weitem nicht so viel Platz brauchen, nutze ich MobileMe zusätzlich als Online-Festplatte.
Dort kann ich Dateien speichern, von überall aus abrufen und mit anderen teilen. Die iDisk ist direkt über den Finder auf meinem Mac erreichbar und deshalb einigermaßen gut zu benutzen.
Im Vergleich zu Dropbox, einer reinen Online-Festplatte, wirkt die Integration aber noch sehr unausgereift.
Schön ist dafür die Umsetzung im Browser, die für ihre Verhältnisse komfortabel zu bedienen ist und mit der Mac-Nutzer direkt vertraut sind.
Für den iPod gibt es eine eigene Applikation, die den Zugriff auf die Dateien schnell und einfach ermöglicht.
Sonstiges
Mit “Find my iPhone” bietet MobileMe die Möglichkeit, sein iPhone oder iPod orten zu lassen und den Standort auf einer Karte zu sehen. Außerdem kann man die Geräte sperren oder komplett löschen. Das wird dann nützlich, wenn einem sein iPhone geklaut wurde und man zumindest die eigenen Daten schützen will.
Zugriff auf diese Funktionen hat man nur über die Browser-Version von MobileMe.
Für meinen iPod ist der Nutzen dieser Funktionen eher gering, weil er unterwegs meist vom Internet getrennt ist (nur WLAN-fähig).
Interface (me.com)
Wie oben bereits mehrfach erwähnt, lassen sich die Möglichkeiten von MobileMe auch über den Web-Browser nutzen.
Die Umsetzung möchte ich hier noch einmal ausdrücklich loben.
So schnell und intuitiv habe ich mich noch nicht im Browser bewegen können. Die den Mac-Nutzern bekannte Oberfläche tut das Ihrige dazu.
So fühlt man sich auch auf fremden Rechnern direkt heimisch und kann ganz komfortabel auf all seine Daten zugreifen und sie bei Bedarf ändern.
Das das Ganze noch sehr ansprechend aussieht, muss bei einem Produkt von Apple wohl nicht mehr erwähnt werden.
Fazit
MobileMe macht Spaß!
Für mich ist es eine super Ergänzung zu Mac und iPod. Im Alltag hat es sich schon jetzt bewährt und ich habe noch jeden Tag meine Freude daran.
Mac-Nutzer, die vielleicht sogar noch einen iPod touch oder ein iPhone besitzen, sollten den Dienst auf jeden Fall ausprobieren (60 Tage kostenlos).



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